Padel für Umsteiger vom Tennis: die wichtigsten Unterschiede

Weißer Hoodie „Vom Tennis zum Padel“ von PISTRELA, getragen

Viele, die heute Padel spielen, kommen vom Tennis. Das hat Vorteile: Ballgefühl, Beinarbeit und die Zählweise bringst du schon mit. Trotzdem fühlen sich die ersten Stunden oft ungewohnt an, weil Padel in ein paar entscheidenden Punkten anders funktioniert.

Hinweis: Das ist ein Überblick in eigenen Worten. Maßgeblich ist das offizielle Regelwerk des internationalen Padel-Verbands FIP (Stand 2026). Turniere und Anlagen können einzelne Varianten festlegen.

1. Der Platz: kleiner und rundum eingefasst

Ein Padel-Court ist 20 Meter lang und 10 Meter breit, also deutlich kleiner als ein Tennisplatz. Er ist komplett umschlossen: An den Stirnseiten und am Anfang der Seiten stehen Wände, meist aus Glas, der Rest ist mit Metallgitter eingefasst. Das Netz ist in der Mitte 88 Zentimeter und an den Seiten 92 Zentimeter hoch.

Für dich heißt das: kürzere Wege und oft längere Ballwechsel, weil die Wände viele Bälle im Spiel halten.

2. Gespielt wird fast immer im Doppel

Padel ist ein Doppelsport. Es gibt zwar schmalere Courts für Einzel, die meisten Anlagen sind aber auf zwei gegen zwei ausgelegt. Das verändert das Spiel: Es geht weniger um den einzelnen Gewinnschlag und mehr um Abstimmung. Viele Paare legen fest, wer auf der linken und wer auf der rechten Seite spielt, und bleiben dabei.

3. Der Aufschlag: von unten, nach dem Aufprall

Der größte Umstieg für Tennisspieler: Beim Padel wird nicht über Kopf aufgeschlagen. Laut Regelwerk gilt:

  • Du stehst hinter der Aufschlaglinie, lässt den Ball auf deiner Seite einmal auf den Boden springen und schlägst ihn danach.
  • Im Moment des Treffens darf der Ball höchstens auf Taillenhöhe sein, und mindestens ein Fuß muss den Boden berühren.
  • Der Ball muss diagonal ins gegnerische Aufschlagfeld gehen. Wie beim Tennis hast du zwei Versuche.
  • Springt der Aufschlag im Feld auf und berührt danach das Gitter, bevor er ein zweites Mal aufkommt, ist er ein Fehler. Die Glaswand darf er nach dem Aufprall berühren.

Beim Return muss der Aufschlag erst im Feld aufspringen. Ihn direkt aus der Luft zu nehmen, ist nicht erlaubt.

Direkte Punkte mit dem Aufschlag sind deshalb seltener als beim Tennis.

4. Die Wände spielen mit

Das ist für Umsteiger anfangs am ungewohntesten:

  • Nachdem der Ball in deiner Hälfte einmal aufgesprungen ist, darf er gegen Wand oder Gitter prallen. Du darfst ihn danach noch spielen, solange er nicht ein zweites Mal den Boden berührt.
  • Du darfst den Ball auch gegen eine Wand auf deiner eigenen Seite schlagen, damit er von dort über das Netz geht. Das gilt aber nicht für das Gitter: Trifft dein Schlag das Gitter auf deiner Seite, ist der Punkt verloren.
  • Dein Ball muss auf der Gegenseite zuerst den Boden treffen. Fliegt er dort direkt gegen Wand oder Gitter, geht der Punkt an die Gegner.
  • Volleys sind erlaubt, mit Ausnahme des Returns. Das Netz darfst du, wie beim Tennis, nicht berühren.

Der wichtigste Tipp für Umsteiger: Lass den Ball öfter an dir vorbei. Tennisspieler wollen jeden Ball früh nehmen. Beim Padel ist es oft besser zu warten, bis er von der Rückwand zurückkommt, und ihn dann kontrolliert zu spielen. Genau darum geht es in unserem Motiv „Warte auf die Wand“.

5. Schläger und Ball

Der Padelschläger hat keine Saiten. Er besteht aus einer festen, gelochten Schlagfläche und ist deutlich kürzer als ein Tennisschläger, laut Regelwerk höchstens 45,5 Zentimeter. Am Griff hängt eine Schlaufe, die du ums Handgelenk legst. Sie ist vorgeschrieben und verhindert, dass dir der Schläger aus der Hand fliegt.

Der Ball sieht aus wie ein Tennisball, für Padel gibt es aber eigene Bälle mit eigenen Vorgaben im Regelwerk. Nimm also Padelbälle und nicht die alten Tennisbälle aus der Tasche.

6. Technik: kürzer, kompakter, mehr Gefühl

Weil der Schläger kürzer und der Court kleiner ist, werden die Schläge kompakter. Viele Umsteiger schlagen am Anfang zu hart, und der Ball kommt über die Rückwand wieder ins Spiel oder landet im Gitter. Kontrolle und Platzierung zählen beim Padel oft mehr als Tempo.

Ein wichtiges Mittel ist der hohe Ball über die Gegner hinweg: Er zwingt ein Paar, das am Netz steht, zurück an die Rückwand. Über Kopf gilt: Ein harter Schlag, der hinten von der Wand zurückspringt, gibt den Gegnern eine zweite Chance. Oft ist ein kontrollierter Überkopfball, mit dem du am Netz bleibst, die bessere Wahl.

7. Zählweise: fast wie beim Tennis

Gezählt wird wie gewohnt: 15, 30, 40, Spiel. Ein Satz geht bis sechs Spiele mit zwei Spielen Vorsprung, bei 6:6 gibt es in der Regel einen Tiebreak, und ein Match geht meist über zwei Gewinnsätze. Unterschiede gibt es beim Einstand: Das Regelwerk erlaubt neben dem klassischen Vorteil auch Varianten, bei denen nach Einstand ein einzelner Entscheidungspunkt das Spiel beendet. Welche Variante gilt, legen Turnier oder Mitspieler vorher fest.

8. Was du vom Tennis mitnehmen kannst

Mitnehmen kannst du Ballgefühl, Timing, Beinarbeit und deine Volleytechnik, denn am Netz sind viele Tennisspieler von Anfang an stark. Ablegen solltest du den Reflex, jeden Ball mit maximalem Tempo zu schlagen. Die Wand ist beim Padel kein Gegner, sondern ein Mitspieler.

Kleidung für den Wechsel

Deine Tenniskleidung kannst du weiter tragen. Worauf es beim Padel ankommt, besonders in der Halle und im Winter, haben wir im Ratgeber Was zieht man beim Padel an? zusammengefasst. Und wer den Wechsel schon hinter sich hat, findet bei uns das passende Motiv: „Vom Tennis zum Padel“ gibt es als Hoodie, Polo und T-Shirt mit Rückendruck.