Padel sieht entspannt aus, ist aber ein Sport mit vielen kurzen Antritten, schnellen Richtungswechseln und langen Ballwechseln. Wer zum ersten Mal auf den Court geht, fragt sich deshalb oft: Was ziehe ich eigentlich an? Die gute Nachricht: Du brauchst keine Spezialausrüstung von Kopf bis Fuß. Ein paar Grundregeln reichen, damit du dich frei bewegen kannst, nicht frierst und nach dem dritten Satz nicht im klatschnassen Shirt dastehst.
Das Wichtigste in Kürze
- Bewegungsfreiheit geht vor Optik: nichts, was an Schultern oder Hüfte einengt.
- Für intensive Matches ist ein Funktionsshirt praktisch, für lockere Runden reicht ein Baumwollshirt.
- Im Winter in Schichten denken: warm ankommen, aufwärmen, dann eine Lage ausziehen.
- Die Schuhe sind wichtiger als das Shirt, denn der Belag verlangt Halt bei seitlichen Bewegungen.
Baumwolle oder Funktionsstoff?
Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, wie du spielst.
Baumwolle fühlt sich weich an, ist angenehm auf der Haut und nimmt Gerüche meist weniger stark an als Synthetik. Der Nachteil: Baumwolle saugt Schweiß auf und hält ihn fest. Ein Baumwollshirt wird beim Schwitzen schwerer und trocknet langsam. Für eine entspannte Runde mit Freunden, ein Training mit vielen Pausen oder den Weg zur Halle und zurück ist das völlig in Ordnung.
Funktionsstoff, meist Polyester, nimmt kaum Feuchtigkeit auf. Der Schweiß wird nach außen geleitet und kann dort verdunsten, das Shirt bleibt leichter und trocknet schneller. Wenn du viel schwitzt, im Sommer draußen spielst oder gleich zwei Stunden buchst, merkst du den Unterschied deutlich.
Viele haben deshalb beides im Schrank: ein Funktionsshirt für das Match und ein T-Shirt aus Baumwolle für danach, für die lockere Runde oder den Alltag.
Oberteil: Schnitt und Passform
Beim Padel spielst du viele Bälle über Kopf und streckst dich nach Bällen, die von der Wand zurückkommen. Das Oberteil sollte an den Schultern nicht spannen und beim Hochstrecken nicht ständig hochrutschen. Ein normaler, gerader Schnitt ist für die meisten angenehmer als etwas sehr Enges. Wenn du zwischen zwei Größen liegst, hilft ein Blick in die Größentabelle. Willst du das Shirt über einer weiteren Schicht tragen, nimm eher die größere.
Ein Piqué-Polo aus Baumwolle wirkt etwas angezogener, ist aber eher etwas für ruhige Runden oder für danach als für schweißtreibende Matches.
Hose, Shorts, Rock
Unten gilt dasselbe Prinzip: Bewegungsfreiheit. Sportshorts, Tights, Leggings oder ein Sportrock sind ideal, also alles, womit du tief in die Knie gehen und weit zur Seite ausfallen kannst. Praktisch sind Taschen, in die ein Ball passt, damit du beim Aufschlag den zweiten Ball griffbereit hast. Jeans oder Chinos schränken zu sehr ein und haben auf dem Court nichts verloren.
Schuhe: das eigentlich wichtigste Teil
Die meisten Padel-Courts haben Kunstrasen mit eingestreutem Sand. Auf diesem Belag rutscht man mit glatten Sohlen leicht weg. Typische Laufschuhe sind außerdem für Bewegungen nach vorne gebaut, nicht für schnelle Seitwärtsschritte. Sinnvoll sind Schuhe mit guter seitlicher Stabilität und einer Sohle mit Profil, die auf Sandkunstrasen Halt gibt. Es gibt eigene Padel-Schuhe; für den Anfang reicht oft auch ein stabiler Tennisschuh mit passendem Profil. Manche Anlagen haben Vorgaben zu Schuhen, frag im Zweifel vorher kurz nach.
Halle oder draußen?
Draußen im Sommer sind helle, leichte Farben angenehm, weil sie in der Sonne weniger Wärme aufnehmen als dunkle. Eine Cap schützt Kopf und Augen, gerade bei hohen Bällen, bei denen du nach oben schaust. Denk an Sonnencreme und genug zu trinken.
In der Halle ist es windstill, und nach ein paar Ballwechseln wird dir schnell warm. Hier ist ein Funktionsshirt meist die beste Wahl.
Padel im Winter: in Schichten denken
Nicht jede Halle ist warm geheizt, und manche Courts sind nur überdacht und an den Seiten offen. Deshalb bewährt sich das Zwiebelprinzip:
- Basis: ein Funktionsshirt direkt auf der Haut, das Schweiß nach außen leitet.
- Wärme: ein Hoodie oder eine leichte Jacke für die Anreise, das Aufwärmen und die Pausen.
- Bei Kälte draußen: lange Tights oder eine Trainingshose und eine Mütze, bis du warm bist.
Der typische Fehler: im dicken Pulli durchspielen, bis alles nass ist, und dann in der Pause frieren. Besser ist es, die warme Schicht nach dem Aufwärmen auszuziehen und in längeren Pausen oder nach dem Match wieder überzuziehen. Ein Hoodie aus Baumwoll-Polyester-Mischung ist dafür ein guter Begleiter: warm genug für die kalte Anreise und schnell übergezogen.
Nach dem Match gilt: das nasse Shirt wechseln, bevor du dich in die Kälte setzt. Ein trockenes T-Shirt in der Tasche ist im Winter Gold wert.
Kopfbedeckung und Kleinkram
- Cap: draußen Sonnenschutz, drinnen Schweißbremse. Eine Trucker Cap mit Netz hinten ist luftiger als eine geschlossene Cap aus Baumwolle.
- Stirnband oder Schweißband: hält den Schweiß aus den Augen, wenn du keine Cap magst.
- Ersatzshirt: gerade bei langen Matches oder im Winter.
Pflege: damit Shirts und Drucke lange halten
Bedruckte Kleidung hält am längsten, wenn du sie auf links bei 30 °C wäschst und nicht über den Druck bügelst. Funktionsshirts gehören nicht in den Trockner, und Weichspüler lässt du bei ihnen besser weg, weil er die Fasern beschichten und den Feuchtigkeitstransport verschlechtern kann. Lüfte verschwitzte Sachen nach dem Match kurz aus, statt sie zusammengeknüllt in der Sporttasche zu lassen.
Kurz gesagt
Für den Einstieg brauchst du nichts Besonderes: ein bequemes Shirt, eine Hose mit Bewegungsfreiheit und Schuhe mit Halt. Und wenn du vom Tennis kommst, findest du in unserem Ratgeber Padel für Umsteiger vom Tennis die wichtigsten Unterschiede auf dem Court.